Dienstag l 29. Oktober 2013 l 19.30 Uhr

Pasinger Fabrik l Wagenhalle

Eintritt | 10,00 €

Sex Business made in Pasing

 

Graf Porno aus der Berrschestraße – Das Imperium des Alois Brummer

Die Brummer-Film Alois Brummer mit Sitz in der Berrschestraße 5 machte 1969 den verträumten Stadtteil Pasing deutschlandweit bekannt. Von BILD bis Spiegel erschienen große Artikel und Hans-Jürgen Syberberg portraitierte in seiner legendären Reportage Sex-Business Made in Pasing die ProtagonistInnen während der Dreharbeiten des Streifens Graf Porno und die liebesdurstigen Töchter.

Wir zeigen Ausschnitte aus beiden Filmen und haben ZeitzeugInnen zu Gast, darunter der Schauspieler und Kult-Gastronom Rinaldo Talamonti, dessen Filmkarriere in Pasing seinen Anfang nahm.

 

Durch den Abend führt Michael Stadler von der Abendzeitung München

 

 

Dienstag | 5. November 2013 | 19.30 Uhr

Pasinger Fabrik | Wagenhalle

Eintritt | 10,00 €

Graf Porno bläst zum Zapfenstreich

 

Für manche ist er Inbegriff des schlechten Geschmacks,

 für andere geadelter Trash:

 der deutsche Sexfilm.

 

Die 70er Jahre in Deutschland waren geprägt von einer unbändigen Aufbruchstimmung. Plötzlich waren Freiheit, Lebenslust oder gar freie Liebe gesellschaftsfähige Themen.

Die sexuelle Revolution stellte bürgerliche Tabus und Zwänge quer durch alle Lebensbereiche in Frage. Aufklärungsfilme sorgten, trotz Charme und Witz, für Skandale.

 

“Graf Porno bläst zum Zapfenstreich“ ist ein guter Vertreter dieses Genres.

Wir zeigen den Film aus dem Jahr 1970 in voller Länge.

Hochgerechnet mit den gigantischen Besucherzahlen im Kino und im Fernsehen,

hat wohl jeder Deutsche einen Film mit Rinaldo Talamonti gesehen.

In ungefähr 30 Nacktfilmchen hat der im italienischen San Benedetto del Tronto geborene Mime mitgewirkt. Er war in seinen Rollen der Papagalli der Ferienstrände und entsprach

dem Italiener-Klischee der Wirtschaftswunder-Schlager. Auch ARTE widmete Talamonti einen Film: „Der Traum des Vaters“,ein Essay über drei Generationen der Familie Talamonti.

 

Spannend auch die Biografie der weiteren Darsteller. Michael Cromer spielt hier einen Grafen, wurde aber im wahren Leben “Kofferkönig” genannt und gründete die Weltmarke MCM. Cromer war er als Selfmademan ein fester Bestandteil der Münchener Schickeria. Tatsächlich passt Cromer perfekt in die Rolle des eleganten Dressman, der aus jeder Situation einen Vorteil schlagen kann. Josef Moosholzer - neben Talamonti einst die Konstante im deutschen Erotik-Film - hat einen kleinen Auftritt als Restaurantleiter und Johannes Buzalski hat heißen Sex unterm Strohhaufen. Die aus der “Lindenstraße” bekannte Annemarie Wendl spielt eine Baronin, die den Grafen mit einer

Bauerntochter verkuppelt.

 

Entdeckt wurde Rinaldo Talamonti von einem Spediteur, dem späteren Filmproduzenten Alois Brummer. Und mit Brummer, Deutschlands erfolgreichster Filmemacher, fing alles an. Brummer war ein Phänomen. Früh erkannte er die Chancen des Geschäfts mit Sexfilmen. „Man sagt mir einen primitiven Spürsinn nach“, so Brummer, und machte alles selbst.

Er engagierte die Mädchen, wobei er freilich nicht nach schauspielerischen Qualitäten forschte. Vielmehr urteilte er über die Damen etwa so: „Das Weib hat keinen guten Sex“ oder „Die ist Kassengift“. Er legte Wert auf „schönen sauberen, volkstümlichen Sex“. Von allen Sexfilm-Machern kam Brummer dem „gesunden Volksempfinden“ am weitesten entgegen.

Er war Herr Geilermann und Herr Saubermann in einer Person.

 

Wir haben den Hauptdarsteller Rinaldo Talamonti zu Gast.

 

 

Dienstag l 12. November 2013 l 19.30 Uhr

Pasinger Fabrik l Kleine Bühne

Eintritt | 10,00 €

Dr. Fummel und seine Gespielinnen

Eine Filmgeschichte aus Pasing

 

In Alois Brummers Hobbykeller und am Nordausgang des Pasinger Bahnhofs entstand 1969 Dr. Fummel und seine Gespielinnen, ein filmisches „Kleinod“ mit hanebüchenen Dialogen, schrägen Outfits, markerschütternden Inneneinrichtungen und viel Pasinger Lokalkolorit.

Nachdem der Film 17 Jahre unbeanstandet im Kino zu sehen war, wurde er 1987 durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien als „sexualethisch desorientierend“ auf den Index gesetzt, um zum 40. Jubiläum 2010 als „fast parodistisch anmutend“ wieder freigegeben zu werden. Der Pasinger Künstler Max Ott setzt sich in einer Videoperformance mit dem heute kurios wirkenden Verdikt der Jugendschützer auseinander.

Wir haben in München lebende Mitwirkende eingeladen, die über die Entstehungsgeschichte und die Drehbedingungen berichten werden. Im Vorprogramm zeigen wir zeitgenössische Kinowerbung, Wahlkampfspots aus dem Bundestagswahlkampf 1969 und Kinotrailer aus den ‘heißen’ Siebzigerjahren.

 

Durch den Abend führt Ulrich Mannes von SigiGötz Entertainment

und der Autor des Buches "Alpenglühen 2011 ein Dialog zum  deutschen Erotik-Kino"

 

 

Dienstag l 19. November 2013 l 19.30 – 21.00 Uhr

Volkshochschule l Bäckerstraße 14 l Raum 119

Eintritt | 7,00 € bei Anmeldung oder an der Abendkasse | Auch mit MVHS-Card

Warum eigentlich Sex?

Von Keimzellen, Partnerwahl und Liebespaaren

 

Einen Partner finden, ihn von den eigenen Qualitäten überzeugen, das Vollziehen des Geschlechtsaktes…, zahlreiche Beispiele aus dem Tierreich illustrieren, wie viel Aufwand das bedeutet. Meistens zeigen die Männchen, was sie zu bieten haben, und die Weibchen dürfen wählen. Untersuchungen und Experimente dokumentieren, dass auch beim Menschen das ‚biologische Erbe’ Partnerwahl und Paarbindung beeinflusst. Ob Mono- oder Polygamie, die Macht der Hormone oder dauerhafte Liebe:

Die Welt der Sexualität zeigt sich äußerst vielfältig.

 

 

Dienstag l 26. November 2013 l 19.30 Uhr

Pasinger Fabrik l Wagenhalle

Eintritt | 10,00 €

Licht und Schatten im Pasinger Rotlicht

Das „Geschäft“ Sex in Pasing heute – vom Berdux zum Bizzaradies

 

Skandal im Sperrbezirk intonierte 1981 die Spider Murphy Gang und thematisierte damit die rigide Ausweitung der Münchner Sperrbezirke zu Zeiten des Kreisverwaltungsreferenten Peter Gauweiler. Die offene Prostitution sollte aus der Innenstadt verbannt werden und konzentriert sich seither in den wenigen Gewerbegebieten, darunter auch die Pasinger Berduxstraße.

Seither hat sich viel verändert, das 2002 verabschiedete Prostitutionsgesetz versucht, die rechtliche und soziale Situation von Prostituierten zu verbessern. Doch beherrschen auch heute die Themen Zwangsprostitution und Frauenhandel die öffentliche Diskussion.

Wir haben junge Filmemacherinnen der HFF München zu Gast, die sich kritisch mit Licht und Schatten der Rotlichtbranche auseinandergesetzt haben, und zeigen Ausschnitte aus ihren Filmen.

Sie diskutieren mit Gästen aus der Rotlichtszene und VertreterInnen von

Fachberatungsstellen und der Kriminalpolizei.

 

Durch den Abend führt Michael Stadler von der Abendzeitung München

 

 

Dienstag l 29. Oktober 2013 l 18.00 Uhr l Vernissage

Ausstellungsdauer bis 30. November 2013

Pasinger Fabrik l Keller

Eintritt frei

Ausstellung

SEX BUSINESS made in Pasing

Die Filmwelten des Alois Brummer

 

Der Keller der Pasinger Fabrik verwandelt sich in ein typisches Kinofoyer der 70er Jahre. In einer inszenierten Kabinett-Ausstellung präsentieren wir Original-Filmplakate, Aushangbilder, Szenenfotos und Fundstücke aus Privatarchiven von Zeitzeugen.

Zeitungsausschnitte und Filmtrailer versetzen zurück in Alois Brummers Kosmos der “erotischen Versagungen, Ängste und Aggressionen”, eine Welt, die “in einem Sinne ehrlicher das kulturelle Klima der sonderbaren 1970er Jahre wiedergab, als es die zeitgenössische Kritik sehen konnte oder wollte” (Georg Seeßlen).

 

 

Veranstalter

Verein 1250 Jahre Pasing e.V.

 

Pasinger Fabrik GmbH

 

Münchner Volkshochschule GmbH

 

 

In Zusammenarbeit mit moviemax GmbH movies & more

Walter Potganski

T +49 (0)89 307 2943 0

E w.potganski@moviemax-web.de

 

Konzeption der Filmausschnitte Tobias Nimmert | studio76

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